Donnerstag, 10. August 2006

Erster Schultag

Der Sohn hatte heute seinen ersten Schultag.
Mit einer großen, rappelvollen Schultüte und seinem mit dem ganzen Schreibkrams vollgestopften Tornister ging es los.
Erst ging es in die brechend volle Kirche. Da gab es eine laaangweilige Ökumene-Veranstaltung mit endlosen Wortbeiträgen der evangelischen Pfarrerin des Dorfes mit "unserem" Pastoralreferenten. Gewollt peppig aber irgendwie zu wortlastig.
Segnen und Handauflegen wurde erklärt und irgendwie ein wenig lauwarm auch gemacht.
Beim China-Mittagessen tauchte der Sohn dann seine Hände in einen künstlichen Wasserlauf und segnete mich "richtig" mit der Plörre.
Das sagte eigentlich alles...
Na dann doch besser so ein kräftiges Ritual wie beim Sommercamp oder richtig Euro-Voodoo. Aber sowatt? *Narf*
Von dieser Zwangsökumene-Veranstaltung sind dann alle Kinder, Eltern und Großeltern (schön, wieviele Menschen die Kinder begleitet haben) zur Schule gegangen.
Da gab es dann die große Willkommensfeier.
Die 2. Klassen haben Lieder einstudiert. Das war wirklich süß gemeint aber kaum auszuhalten *gg*. Dann sind die Kinder in ihre Klassenräume gegangen und wir Eltern und Großeltern konnten Kaffee trinken und Kekse essen. Das war super!
Man quatschte auf dem Schulhof mit Bekannten und wartete, bis die Kleinen ihre erste Schulstunde rum hatten. Völlig begeistert tauchten die dann auch wieder auf und dann sind wir wieder so langsam nach Hause gegangen.
Nach einer kurzen Pause, in der wir besprochen haben, wo wir denn essen gehen wollen (der Sohn wünschte sich ein bestimmtes Chinarestaurant mit Gartenwirtschaft und Spielplatz), sind wir dann los.
Boah, die Idee hatten wohl alle Familien aus dem Umland - es war einfach brechend voll.
Aber nett und lecker (s.o. der Segen z.B.) uuuund - in einem kleinen Bambushäuschen am Rande des Spielplatzes traf der Sohn ein Mädel wieder, mit dem er bis vor über drei Jahren in einer Kleinkinder-Spielgruppe war!
Die beiden Kinder haben sich auf Anhieb wiedererkannt und sofort miteinander gespielt - beeindruckend!
Das Mädel ist genau zwei Stunden jünger als mein Sohn und immer noch einen Kopf größer als er *gg*.
Sie war als Kleinkind furchtbar anstrengend und nölig und rannte andere Kinder immer nur um. Jetzt macht auch sie einen sehr ausgeglichenen Eindruck und die beiden wollen sich mal verabreden.
Cool!

Am Nachmittag waren wir dann alle irgendwie fertig.
Nach einer Kaffeepause ging mein Vater mit dem Sohn Schuhe kaufen - das Einschulungsgeschenk vom Opa. Wir mussten natürlich auch mit - in der Hoffnung, das Schlimmste verhindern zu können.
Aber nix da ;)
Das Kind hat sich ein paar sauteure Schuhe von Geox ausgesucht, die aussehen wie die Wagen beim Autoscooter und an den Seiten bei jedem Schritt drei mal blinken. Hölle!
(Allerdings bin ich nach einem Abendspaziergang mit ihm wieder versöhnt, da dieses Geblinke schon eine echte Signalwirkung im Straßenverkehr hat.)
Naja, es gibt wirklich asigere Sportschuhe. Wolln wir alten Ökos mal nicht dogmatisch werden. ;)
Als ich in Begleitung meiner Oma das erste Mal mir Schuhe alleine aussuchen durfte, kam ich mit roten Lackschuhen nach Hause und meine Eltern haben auch einen Schlag bekommen.
Als ich Opa daran erinnerte, hat er gelacht und die Dinger bezahlt *ggg*.
Nach der Aktion hatte ich meine liepe Freundin H. am Telefon, deren Sohn heute seinen ersten Tag in der 5. Klasse einer Gesamtschule hatte. Da haben wir erstmal zwei Stunden lang nett gequatscht. Sie war auch irgendwie total müde.
Dann noch der schöne, lange Abendspaziergang in feucht-kühler Luft - ich habs barfuß in Sandalen genossen und habe dank meiner ganzen China-Therapie incl. Qi Gong kaum noch Probleme mit kalten Füßen!
Wir waren kurz auf dem Friedhof, bissi Schachtelhalm wegzupfen und die Ahnen grüßen. Als wir gegangen sind, beschloß der Sohn, eine noch recht junge Trauerbirke in der Nähe des Seiteneingangs vom Friedhof zu bennenen - Friederich heißt die jetzt.
Hat er mit dem Baum gesprochen, erzählt wie schön, nett und freundlich er ihn findet und ihm etwas Energie und Reiki gegeben.
Dann bezeichnete er noch zwei weitere Bäume neben dem Drehtörchen als "Wächter" dieses Eingangsweges.
Ich hab mich mal wieder gewundert, wie er auf solche Ideen kommt - weil - auch wenn ich manchmal so Bücher lese - ich habe hier nie drüber gesprochen und lesen kann er auch noch nicht.
Tjoah - seit er sich selber gefunden hat, kommt so ganz von allein eine total intuitive, ganz (fein-)fühlige Seite an ihm zum Vorschein.
Sehr (an-)rührend ist das!

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